Der Trasimeno ist ein Gebiet, das die Erinnerung an aussergewöhnliche Persönlichkeiten bewahrt, Beispiele für tiefe Liebe, Frieden und der Spiritualität, die Umbrien unauslöschlich geprägt haben.
Der Legende nach verliebte sich Prinz Trasimeno, Sohn des Königs Tyrrhenus, in die Nymphe Agilla und stürzte sich in den See, nur um für immer bei ihr zu sein und ihren Traum von Liebe zu erfüllen. In den Nächten bei Nordwind, wenn der Wind ungestüm und fast klagend weht, sucht Agilla angeblich noch immer nach ihrem Geliebten.
Um in diese Liebesgeschichte einzutauchen, sollten Sie die Isola Polvese besuchen, wo sich Agilla und Trasimeno der Legende nach kennengelernt und ineinander verliebt haben sollen.
Vittoria Aganoor Pompilj, Poetin armenischer Herkunft, wurde 1855 in Padua geboren.
Im Jahr 1901 zog sie nach Perugia, nachdem sie Guido Pompilj, einen umbrischen Literaten und Abgeordneten, geheiratet hatte. Hier, am Seeufer des Lago Trasimeno, beginnt ein neues Kapitel ihres Lebens und sie findet neue poetische Inspiration, weit weg von den Schmerzen ihrer Jugend.
Heute kann man das Haus der Dichterin in Monte del Lago besichtigen, den Ort, der sie zusammen mit ihrem Mann zur Sammlung „Nuove liriche“ (“Neue Lyrik”) von 1908 inspirierte.
Zu Ehren von Vittoria Aganoor Pompilj feiert die Gemeinde Magione jedes Jahr die Poesie mit dem Festival delle Corrispondenze, einem wichtigen und prestigeträchtigen Literaturereignis, bei dem moderne Schriftsteller und Dichter zu Wort kommen.
SAN FRANCESCO D’ASSISI (Franz von Assisi), ein Symbol des Friedens und der Einfachheit, wurde 1182 in Assisi geboren. Seine Mission führte ihn durch ganz Umbrien, um zu beten und zu predigen.
Im Jahr 1209 reiste der Heilige Franziskus nach Rom, um die Genehmigung seiner Ordensregeln von Pabst Innozenz III. zu erhalten. Nach seiner Rückkehr nach Umbrien liess er sich mit den anderen Brüdern in Rivotorto nieder, ein Ort, der heute als Santuario del Sacro Tugurio (Heiligtum der Heiligen Hütte) bekannt ist und an der Strasse liegt, die Assisi mit Foligno verbindet.
Im folgenden Jahr zogen die Mönche jedoch in eine Chiesa di campagna (kleine Kapelle, die sich innerhalb der Basilika Santa Maria degli Angeli befindet): Santa Maria degli Angeli, besser bekannt als Porziuncola, heute ein Ziel für Pilger aus aller Welt.
Im Jahr 1211 kam der Heilige Franziskus auch an den Lago Trasimeno, auf die Isola Maggiore, um dort die Fastenzeit zu verbringen. Zu seinem Gedenken wurden auf der Insel eine Kirche und ein Kloster errichtet.
Ein weiterer sehr wichtiger Ort befindet sich unweit von Castel Rigone in der Ortschaft Feriano, wo ein grosser Naturstein aufbewahrt wird, der als Bett des Heiligen Franziskus bekannt ist. Der Überlieferung zufolge legte der Heilige hier auf einer seiner häufigen Reisen entlang der umbrischen Pfade eine Übernachtung ein.
Bruder Johannes de Pian del Carpine wurde 1182 in Magione geboren.
Als eifriger Missionar verliess er 1245 Lyon in Richtung Mongolei, um dem Großkhan einen Friedensbrief von Papst Innozenz IV. zu überbringen und kam damit Marco Polos Reise um Jahrzehnte zuvor.
Im Jahr 1246 gelang es Bruder Johannes, den ins Persische übersetzten Brief zu überbringen, doch der Großkhan lehnte ab. Von dieser Mission hat uns Johannes de Pian del Carpine auch die “Historia Mongalorum” (Mongolische Geschichte) hinterlassen.
Im historischen Zentrum von Magione, ist das Gemälde von Gerardo Dottori im Sala consiliare (Ratssaal) erhalten, das das Treffen zwischen Giovanni und dem Großkhan darstellt.
Am Lago Trasimeno wurde die Heiligen Margarete (Santa Margherita) geboren, die als wahre spirituelle Tochter des Heiligen Franziskus galt. Sie wurde 1247 in Laviano, einem Ortsteil von Castiglione del Lago, geboren und liess sich nach traurigen Schicksalsschlägen in Cortona nieder, wo sie 1247 als Franziskanertertiarin starb (Terziärin= Dienstleisterin).
Ihre Bekehrung ist die Frucht einer Reue, die in der Nähe einer Eiche namens „del Pentimento“ in der Ortschaft I Giorgi in Castiglione del Lago stattfand. Sie wurde 1728 von Benedikt XII. heiliggesprochen und ihr Leichnam wird in Cortona in der Basilika Santa Margherita aufbewahrt.
In den zahlreichen Gemälden, die ihr Leben illustrieren, erscheint häufig die Figur ihres Hundes, ihres treuen Begleiters.
Franco Rasetti wurde 1901 in Pozzuolo Umbro geboren. Er war Physiker und Botaniker. Er spielte eine Schlüsselrolle in Enrico Fermis Forschungen zur Radioaktivität und war Mitglied der berühmten Via Panisperna-Gruppe. Franco Rasetti weigerte sich, am Atombombenprojekt mitzuwirken und widmete sich stattdessen der Naturforschung. Franco Rasettis ablehnende Haltung gegenüber den Kriegsanstrengungen führte dazu, dass er fast völlig in Vergessenheit geriet.
Die Franco Rasetti Association hat ihren Sitz in Pozzuolo Umbro, wo sich eine Bronzebüste zu seinen Ehren befindet.